Martin Spöring (Luzern LU): Warum in der Stadt Luzern die Zeit nie stillsteht

Arbeit Martin Spöring

In der Stadt Luzern gibt es immer noch einen Zytrichter, also einen offiziellen Stadtuhrmacher. Seit 2011 hat Martin Spöring dieses anspruchsvolle Amt von seinem Vater Jörg übernommen.  Die Pflege dieser mechanischen Kunstwerke erfordert neben Fachwissen und Fingerspitzengefühl auch viel Geduld und Leidenschaft.

Auf dem Rundgang mit dem Zytrichter

Der Zytrichter ist mit dem Unterhalt der bis heute noch rein mechanisch betriebenen öffentlichen Uhren der Stadt beauftragt. Täglich müssen diese aufgezogen und, wenn nötig, gerichtet oder gar repariert werden.

Der früh morgendliche Rundgang beginnt mit der 1553 gebauten Rathausuhr. Als nächstes wird die Uhr im Rathausturm mit viel Kraft und Geduld aufgezogen und kontrolliert.

Nun ist der Zytturm an der Reihe

Die letzte Etappe des Rundgangs ist beim Zytturm. 1408 wurde das älteste Uhrwerk vom Graggentor in den Zytturm versetzt. Durch einen Glücksfall ist auch das ursprüngliche Uhrwerk von 1385 erhalten geblieben. Martins Vater hatte es seinerzeit restauriert. 1535 musste es ausgewechselt werden. Mit Renovationen und Anpassungen ist dieses Meisterwerk bis heute in Betrieb. Die Zeiger sind so gross, dass auch die Fischer draussen auf dem See die Zeit lesen können. Noch heute besitzt die Turmuhr das Erstschlagsrecht und darf somit ihre Glocken eine Minute vor den Kirchenuhren und auch vor der Uhr des Rathausturms läuten lassen. 

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