Beate Schnitter (Küsnacht ZH): Das Haus einer berühmten Tante und ein Lebenswerk für die Baukultur

Beate Schnitter

Seit über 70 Jahren bildet das Haus Sunnebüel in Küsnacht am Zürichsee den Lebensmittelpunkt von Beate Schnitter. Geplant hat es ihre Tante Lux Guyer, eine der ersten Architektinnen der Schweiz, die ein eigenes Büro aufbaute und führte. Über Jahrzehnte hinweg hat Beate Schnitter restauriert, beraten, geplant und ihre Meinung zur Baukultur kraftvoll kundgetan.

Beate Schnitter ist in verschiedener Hinsicht eine Pionierin. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die sich in der Schweiz schon früh eine erfolgreiche und unabhängige Karriere als Architektin aufbauen konnten. Kurz nach ihrem Studium an der ETH Zürich, hatte sie 1955 das Architektenbüro ihrer Tante Lux Guyer übernommen. Diese war eine der ersten selbständigen Architektinnen der Schweiz. Lux Guyer hatte sowohl Villen, als auch soziale Frauenwohnprojekte verwirklicht. Beate Schnitter ist schon sehr bald ihren eigenen Weg gegangen. Ab 1972 wirkte sie fast dreissig Jahre lang als Architekturberaterin für den Heimatschutz. Unter anderem ist es ihr zu verdanken ist, dass heute statt isolierter Bauten vermehrt ganze Ensembles geschützt werden und dass neben dem Denkmalschutz auch die Raumplanung und die bebaute Umwelt im Fokus stehen.

Retterin des Hauses Sunnebüel

Besondere Verdienste erwarb sich Beate Schnitter durch die Sicherung des Hauses Sunnebüel in Itschnach oberhalb von Küsnacht am Zürichsee. Dieses Familienhaus ist ein typisches Werk von Lux Guyer. Beate Schnitter, die seit über 70 Jahren selber in diesem Haus wohnt, hat es mit viel Leidenschaft und architektonischem Können restauriert und mit einem weiteren Bau ergänzt. Dank ihren Bemühungen wurde das Gebäude 1982 in das kommunale und 1988 in das kantonale Schutzinventar aufgenommen, bevor es 2007 unter Denkmalschutz gestellt wurde.